Was fliegt denn da?

Der Frühling startet so langsam durch. Die ersten Frühblüher recken die Blüten der Sonne entgegen. Jetzt ist auch die Zeit, wo nicht nur unsere Honigbienen wieder aktiv werden, sondern auch ein Teil der anderen Hautflügler. Aber was fliegt denn jetzt? Und muss ich mir Sorgen machen?

Solitäre Bienen

Mit zu den ersten Besuchern an Krokus, Weide und Co zählen zwei Generallisten unter den Wildbienen.

  • Die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)
  • Die rostrote Mauerbiene (Osmia

Beide Arten zählen zu den Hohlraumbrütern und sind sehr friedfertige Arten. Auch wenn sie einen Stachel haben, sind Stiche äusserst selten und kommen nur vor, wenn die Tiere gequetscht werden. Aber selbst da wird die Haut meist nicht durchstochen.

Die Mauerbienen

Die erste der beiden Solitärbienen ist die gehörnte Mauerbiene. Da sie bereits Mitte bis Ende März schlüpfen, benötigen sie recht warmes Wetter. Diese Wildbiene ist noch häufig anzutreffen, besonders gerne auch in der Nähe von Siedlungen.

Gehörnte Mauerbiene (C) Wikipedia

Die Osmia Cornuta tritt meist in einer Gemeinschaft auf, obwohl sie solitär leben. Sie bilden keine Völker, sondern besiedeln die Brutröhren in enger Nachbarschaft.

Die Weibchen sammeln Pollen und geringe Mengen Nektar. Dieser Nahrungsvorrat wird an das Ende der Röhre gelegt. Das Ei plaziert die werdende Mama auf dem Pollenpaket und verschliesst anschliessend die Zelle.

So wird die gesamte Brutröhre gefüllt. Zelle für Zelle und Ei für Ei.
Die hinteren Zellen werden mit befruchteten Eiern belegt. Aus diesen entwickeln sich die Weibchen der nächsten Generation. In den vorderen Zellen werden die Jungs aufgezogen. Sollten Parasiten das Gelege befallen, erreichen sie maximal die Drohnen, die sich ja vorne befinden. Die Weibchen erhalten so eine erhöhte Überlebenschance.

Solitärbienen gelten als effektive Bestäuber für Obst- und Wildblüten. Wobei eine gute Bestäubung auf eine Vielzahl von Insekten angewiesen ist.

Hummeln

Auch die beliebten Hummeln werden im zeitigen Frühling aktiv. Als völkerbildende Bienen finden sich jetzt nur die überwinterten und bereits begattete Prinzessinen.

Erdhummel

Die neuen Regentin im Hummelvolk sucht, wenn die Witterung es zulässt, bereits ab Ende Februar eine Erdhöhle für ihr neues Zuhause. Besonders beliebt sind verlassene Mauselöcher. Die Hummel startet ganz alleine und sorg erst einmal für behagliche Verhältnisse

Nachdem erste Nahrung herangeschafft wurde und in kleinen Wachstönnchen eingelagert ist, legt die Hummel einige Eier auf den Vorrat. Die sich daraus entwickelnden Weibchen sind ein vielfaches kleiner als die Hummeln die wir sonst kennen und fliegen kaum aus. Hummeln haben nur ein recht kleines Entwicklungsfenster und die maximale Volksstärke von 500 Individuen nimmt bereits 100 Tage nach dem Schlupf der neuen Generation wider ab.

Auch Hummeln sind effektive Bestäuber, besonders Tomaten können fast ausschliesslich von Hummeln bestäubt werden. Aber Hummeln können auch ungeduldig sein und beissen seitlich der Blüte ein kleines Loch in den Blütenkelch. Den Nektar „rauben“ sie ohne die Pflanze zu Bestäuben.

Kleiner Tipp: Mit diesem Bestimmungsschlüssel benennen auch Laien recht einfach „ihre“ Hummel.

Haben sie Fragen zu Honigbienen, Wespen, Hornissen oder Wildbienen und Hummeln, versuche ich gerne weiter zu helfen.

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