Vorbereitung Rapshonig – ein Spagat

Die Jahresentwicklung und warum der Frühling im Februar nicht das Beste war

Das Wetter spielt uns auch im Jahr 2019 wieder einen Streich nach dem anderen. Imkern nach den Lehrbüchern funktioniert so leider nicht.

Der warme Februar ließ die Trachtpflanzen wieder sehr früh treiben. Die Entwicklung ist bis heute rund zwei Wochen vor dem langjährigen Mittel. Pflanzen können innerhalb kurzer Zeit auf die Reize des Wetters reagieren. Oft reichen wenige warme Tage aus, um die Blüten zu öffenen.

Die Honigbienen in unserer Imkerei reagieren zwar auch auf Sonne, Regen und vor allem Temperaturen aber sie brachen immer 21 Tage um die Entwicklung von Ei bis Biene zu durchlaufen. Sie sind bei der raschen Pflanzenentwicklung also drei Wochen im Rückstand.

Ursache und Wirkung im Detail

  • Feuchter Januar – gute Wasserversorgung für die Pflanzen, Bienen noch in der Wintertraube, einzelne Völker beginnen mit der Bruttätigkeit.
  • Warmer und trockener Februar – der Frühling im zweiten Wintermonat regte die Pflanzen zu massivem Wachstum an. Insbesondere die Weiden als Booster der Völker trieben enorm die Blütenkätzchen bis kurz vor die Vollblüte. Die Bienenvölkerpflegen weiterhin kleinere Brutflächen
  • Nasser und kühler März – Das kühle Wetter bremst die Pflanzenentwicklung ein wenig aus. Trotzdem stehen die Weiden im der letzten Märzdekade in Vollblüte. Das Wetter bietet nur wenige Flugstunden für die Bienen um Pollen sammeln zu können. Diese wichtige Pollenquelle dient den Bienen normalerweise dazu, das Brutgeschäft zu steigern.
  • Durchwachsener April – Wildkirsche und Kulturkirsche beginnen bereits Anfang April mit der Blüte. Der erste Nektar wird eingetragen und die Honigbienen meiner Imkerei beginnen mit der Bautätigkeit. Diesen ersten Blütennektar brauchen die Bienen beinahe komplett für die eigene Versorgung. Der Raps beginnt zwei Wochen zu früh zu blühen. Für die Bestäubungsimkerei ist der Kälteeinbruch ein Problem. Die Obstblüten stehen nur kurz in Vollblüte und drohen zu erfrieren.

Rapsernte 2019?

Ob es 2019 Rapshonig zu ernten gibt hängt jetzt im Wesentlichen von der Wetterentwicklung ab. Mittlerweile haben die Bienenvölker die Entwicklung nahezu aufgeholt. An den Heimständen der Imkerei sind die Honigräume aufgesetzt und die Bienen nehmen den zusätzlichen Raum langsam an.

Auch wenn die Rapsfelder bereits blühen, haben wir und in unserer Imkerei entschlossen, mit der Wanderung in die Tracht noch ein wenig zu warten, weil den Völkern die Ruhe noch gut tut. Da der Raps bei den niedrigen Temperaturen und der trockenen Witterung noch keinen, oder nur sehr wenig Nektar produzieren kann, erwarten wir keine gravierenden Honigverluste.

Die Wetterprognose lässt für die letzten zwei Aprilwochen Rapshonig erwarten.

Schlussendlich arbeiten wir mit der Natur und müssen uns an die Gegebenheiten anpassen.

Euer Honigdachs

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